Pressestimmen

LA TRAVIATA

Aus der NEUEN WESTFÄLISCHEN vom 24. April 2017

Musikalisches Mammutprojekt

"La Traviata": Mit der Audimax-Premiere von Verdis Meisterwerk bewies das Universitätsorchester Bielefeld Mut zum Risiko

 

Von Antje Dossmann 

Bielefeld. Summende Premierenstimmung im Foyer des Audimax. Junge Herren mit pomadigem Haar und schwarzem Frack verkaufen Programmhefte, junge Damen in Glitzer und Goldlammé reichen Sekt. Später wird man sie auf dem zur Bühne umfunktionierten Podium des Audimax wiedererkennen und sich von ihrer beeindruckenden Leistung so tief in das "La Traviata"-Geschehen ziehen lassen, dass man für die Dauer von knapp drei Stunden das unkomfortable und für einen Hochkulturabend ungewöhnliche Ambiente vergisst. Die ungepolsterten Klappsitze und den Mangel an Zartgefühl, den auch die Betonarchitektur des Audimax erkennen lässt. 

Man nahm das gelassen in Kauf für dieses vom Universitätsorchester Bielefeld präsentierte Opernereignis der besonderen Art. Nach Mozarts "Zauberflöte" und Webers "Freischütz" bereits die dritte Oper, die der musikalische Leiter Michel Hoyer mit dem Klangkörper erarbeitet hat. Ein Mammutprojekt. "Lasst uns mal einen Augenblick irrehalten" - an diesen bewussten Versprecher ihres Regisseurs Sebastian Menke erinnerte die Opernsängerin aus Leidenschaft Lara Venghaus, bevor sie als "Kameliendame" Violetta brillierte.

Denn ein bisschen irre im irrationalen Sinne muss man schon sein, um sich außerhalb des großen Kulturbetriebs mit Laien und Profis an Verdis "La Traviata" zu wagen. 

 

Eine eng an das Original angelehnte Inszenierung

 

Das auf Alexandre Dumas zurückgehende, zeitlose Lebensfragen thematisierende Melodram um eine Pariser Lebedame, die spät die wahre Liebe entdeckt, ist von seinem gesanglichem Anspruch her alles andere als leichte Kost. Auf der anderen Seite machen Verdis kunstvolle Arien-Kompositionen und seine für den Chor geschriebenen Stücke gerade diese exemplarische italienische Oper ausgesprochen reizvoll. Eine Herausforderung war es auf jeden Fall, das schon seit längerem geplante und seit etwa einem Jahr einstudierte Projekt auf die Beine zu stellen.

Unter der treibenden Kraft Lara Venghaus', Michael Hoyers und Sebastian Menkes, die das Anliegen teilen, besonders ein junges Publikum für das klassische Fach begeistern zu wollen, entstand eine eng an das Original angelehnte Inszenierung, die sich wirklich hören und sehen lassen konnte. Zu erleben waren Sängerinnen und Sänger, die als Solisten ebenso überzeugten wie im Chor. Neun Tänzerinnen aus der Ballettschule des Theaters Bielefeld unterstrichen zudem als "Zigeunerinnen" das dramatische Geschehen - ein im 19. Jahrhundert beliebter Topos, um den Einbruch des Schicksals zu illustrieren. Umrahmt von diesem bunt zusammengewürfelten, passioniert agierenden Ensemble, musikalisch gut und sicher begleitet vom Universitätsorchester, in selbstentworfenen Kostümen und vor minimalistischem Bühnenbild, konnten sich die Hauptakteure bestens entfalten. Sopranistin Lara Venghaus als schwindsüchtige, "vom rechten Wege Abgekommene" ("Traviata"), Tenor Johann Penner als ihr geliebter Alfredo und Bariton Hongyu Chen als dessen Vater waren Klassen für sich. Dennoch gelang ihnen die Kunst, niemanden aus dem Projekt abzuhängen, statt dessen buchstäblich tragende Partien zu singen und in manchen Momenten ("Mi chiamaste?", "Parigi, o cara") gar für jenen seelischen Schwebezustand zu sorgen, in den der Zusammenklang von Stimme und Musik versetzen kann. Vollkommene Harmonie. Opern-Feeling eben. Größer als Kino, höher als Theater. 

 

Heute um 20 Uhr ist eine weitere Aufführung im Audimax zu erleben.

 

 

LA TRAVIATA

Aus dem WESTFALENBLATT vom 20. April 2017

Selbstbewusst und verletzlich 

Universitätsorchester stemmt Oper »La Traviata« mit 200 Mitwirkenden 

 

Von Uta Jostwerner

Bielefeld (WB). Oper für alle! Für Kenner, Profis, Laien und Neugierige, sowohl zum Mitmachen als auch zum Hören, Sehen und Staunen – das gibt es nach der Aufführung der »Zauberflöte« im Jahr 2012 nun bereits zum zweiten Mal im Audimax der Universität.

Dieses Mal hat ein 200-köpfiges Ensemble unter der künstlerischen, organisatorischen und bildungspädagogischen Leitung von Lara Venghaus und Michael Hoyer in monatelanger Arbeit die Oper »La Traviata« von Giuseppe Verdi einstudiert. Und wieder einmal ist das erklärte Konzept aufgegangen, Laien, die sich von außen nähern, ins Innere der Musik einzuführen, ja sogar ins Innere einer kompletten Opernproduktion mit all ihren »Gewerken«, möchte man nach dem Besuch der Generalprobe sagen.

Denn neben den musikdramatischen Aspekten dieser Opernproduktion greift am Rande ein Räderwerk aus Technik, Beleuchtung, Requisite, Ausstattung, Maske (Dagmar Bröck), Kostüm- und Bühnenbild perfekt ineinander, um die Akteure auf der Bühne ins rechte Licht zu setzen.

Das Regieteam, bestehend aus Lara Venghaus, Sebastian Menke und Larissa Neufeld, hat die Handlung der 1853 in Venedig uraufgeführten Oper in die wilden 1920er Jahre verlegt, einer Zeit, die für das Selbstbewusstsein und die erwachende Emanzipation der Frau steht. Entsprechend trägt Violetta Valerie auf ihrem Fest auch einen Herrenfrack. Nichtsdestotrotz verliebt sich Alfredo Germont, Sohn aus gutem Hause, in die Edelkurtisane. Die schwört der käuflichen Liebe ab, zieht mit Alfredo aufs Land und sieht all ihre heimlichen Träume in Erfüllung gehen, bis Giorgio Germont, Alfredos Vater, ihr einen Besuch abstattet und ihr ins Gewissen redet: Das Ansehen seiner Familie steht auf dem Spiel. Violetta zeigt Einsicht, verlässt Alfredo, kehrt zu ihrem alten Leben zurück, wird von ihrem einstigen Geliebten ge- demütigt und stirbt am Ende in den Armen des reumütigen Alfredo an Tuberkulose.

Die Mitwirkenden überführen diese anrührende Geschichte in einen berührenden Opernabend, bei dem Bildprojektionen und ein auf die wesentlichen Elemente reduziertes Bühnenbild für das passende Ambiente und eine Genretypische Balletteinlage durch die Schülerinnen und Schüler der Theater-Ballettschule (Einstudierung: Michela Farronato) für Esprit und Temperament sorgen.

Auf musikalischer Seite sorgt das Universitätsorchester unter der Leitung von Michael Hoyer inklusive eines am Rande unterge- brachten Bühnenorchesters für klangschmelzendes Sentiment auf der einen und feurige Grundierung auf der anderen Seite.

Das Vokalensemble Bielefeld/ Witten singt und spielt sehr souverän, derweil die Hauptpartien mit Lara Venghaus (Violetta), Johann Penner (Alfredo) und Giorgio Germont (Hongyu Chen) professionell besetzt sind. Venghaus schenkt ihren lyrischen Koloraturen sehr viel Einfühlungsvermögen und präsentiert eine Violetta, die ebenso selbstbewusst wie stolz und verletzlich ist.

Die Premiere findet an diesem Freitag, 21. April, um 19 Uhr im Audimax der Universität Bielefeld statt. Weitere Aufführungen folgen am Samstag, 22. April, 19 Uhr, und am Montag, 24. April, 20 Uhr. Der Eintritt ist jeweils frei. Die Platzkapazitäten sind allerdings begrenzt. Der Einlass beginnt jeweils eine Stunde vorher.

 

  

 

 

ETNA GLAMOUR

Aus dem WESTFALENBLATT vom 28. September 2016

Die ersten Nicht-Italiener

Preis »Etna Glamour« für Lara Venghaus und Michael Hoyer

 

(hu). Die Jöllenbecker Lara Venghaus und Michael Hoyer sind mit dem Preis »Etna Glamour 2016« ausgezeichnet worden. Damit wurden sie für ihre musikalischen Verdienste um das Territorium des Ätna in Nicolosi auf Sizilien geehrt. Erhalten haben die Sopranistin Lara Venghaus und Michael Hoyer als Klavierbegleiter den Preis bei einer Konzertreise im August – völlig überraschend, wie die Sängerin erzählt. »Ich sollte bei einer Modenschau in dem Ort Nicolosi auftreten. Und kurz bevor ich auf die Bühne ging, erzählte mir der stellvertretende Bürgermeister, dass wir den Preis bekommen.«

Verliehen wird der »Etna Glamour« seit sieben Jahren an Menschen, die sich auf ganz unterschiedliche Weise um den Ort und die Region rund um den Ätna eingesetzt haben. »Im vergangenen Jahr waren es zum Beispiel Mitarbeiter des dortigen Nationalparks, die sich für die Aufnahme der Landschaft in das Weltnaturerbe eingesetzt haben«, berichtet Venghaus. 

Sie und Michael Hoyer sind jetzt die ersten Nicht- Italiener, die den Preis erhalten haben. »In Dankbarkeit für das außergewöhnliche musikalische Geschenk und dafür, dass sie in den zurückliegenden Jahren Verbundenheit mit der Region bewiesen haben«, lautet die grobe Übersetzung der italienischen Inschrift, die auf dem Preis für die Jöllenbecker vermerkt ist.

Denn bei einem Urlaub in Nicolosi knüpften Venghaus und Hoyer Kontakte in dem Ort und waren daraufhin gebeten worden, im kommenden Jahr dort ein Konzert zu geben. Seitdem reisen die Jöllenbecker regelmäßig in die Region, um dort aufzutreten – in diesem Jahr bei drei Konzerten.

Dazu hatten sie nun ein besonderes Programm zusammengestellt, bei dem sie deutsche und italienische Opern gegenüber gestellt haben: Wolfgang Amadeus Mozart und Vincenzo Bellini, Richard Strauss und Giuseppe Verdi, Erich Wolfgang Korngold und Giacomo Puccini. »Viele Italiener sind sehr sicher, wenn es um ita- lienische Komponisten geht, kennen aber selten Werke aus anderen Ländern. Mit dem Programm wollte wir die unterschiedliche Art des Komponierens zeigen und die deutschen Komponisten näher bringen«, erklärt Michael Hoyer.

Vor allem das italienische Publikum habe es ihr angetan, erzählt die Sopranistin. »Die Zuhörer dort sind un- glaublich. Die Menschen klatschen spontan nach gelungenen Passagen und ru- fen Bravo. Das ist eine große Freude und spornt an.«

Auch aus diesem Grund sei die jetzige Auszeichnung eine besondere Ehre, betonen die Jöllenbecker. Und schon jetzt stehe fest, sagt Lara Venghaus: »Im kommenden Jahr werden wir wieder dorthin auf Konzertreise gehen.« 

 

 

Jürmker Herbstmarkt

Aus dem WESTFALENBLATT vom 19. September 2016

Wein, Weib und Gesang ...

Der Jürmker Herbstmarkt wartet mit einem bunten Programm auf

Von Uta Jostwerner

 

Jöllenbeck(WB). Ungewöhnliche Töne erreichten am Samstagnachmittag die Ohren der Besucher des Jürmker Herbstmarktes. Bevor die Sängergemeinschaft Jöllenbeck den Markt mit mehrstimmig vorgetragenen Volksliedern eröffnete, griff die agile Chorleiterin zum Mikrophon und servierte den verblüfften Jürmkern einen launigen Reigen aus Oper und Operette.

Lara Venghaus stellte bei Arien wie »Dein ist mein ganzes Herz«, dem Vilja-Lied aus »Die lustige Witwe« oder der beliebten Arie »O mio babbino caro« aus Puccinis Oper Gianni Schicci einmal mehr ihre große Wandlungsfähigkeit unter Beweis.

Begleitet wurde sie dabei am E-Piano von Michael Hoyer. Der Leiter des Universitätsorchesters lebt seit vielen Jahren in Jöllenbeck und zeigte seine Heimatverbundenheit unter anderem damit, dass er sich anschließend den Reihen der Sängergemeinschaft anschloss. Später gab auch noch die Sängerin Mirijam Ludewig eine Kostprobe ihrer Kunst.

»So etwas hat es in Jöllenbeck noch nicht gegeben«, kommentierte dann auch Bezirksbürgermeister Maik Bartels das ungewöhnliche Konzert.

Vertrauter ging es da schon mit dem Feuerwehrmusikzug weiter, der anschließend die Bühne betrat und für die Unterhaltung der Besucher sorgte.

Jung und Alt kamen am Wochenende auf ihre Kosten. Die einen verkosteten edle Tropfen am Weinstand von »Don Carlos Weinwelt«, die anderen genossen eine Rodelpartie auf der Rollenrutsche des CVJM Jöllenbeck. Wer wollte, konnte im Zelt des Vereins verschiedene Spiele wie »Vier gewinnt« im Großformat ausprobieren. »Wir sind auch hier, um über unser großes Freizeitangebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu informieren«, sagte Jugendreferent Jürgen Ennen.

Informieren wollten auch die Damen von »Schulassistenzen und Coaching«, einer brandneuen Einrichtung im Stadtteil Jöllenbeck, die sich auf die Schulbegleitung von Kindern mit Handicap spezialisiert hat. Am Infostand konnten Kinder ihre persönliche Schultüte im Miniformat gestalten.

Neben jeder Menge Musik bot der Jürmker Herbst auch in diesem Jahr wieder ein reichhaltiges Angebot an Gaumenfreuden an: von Pizza über Fischbrötchen, Mandeln und Paradiesäpfel bis hin zu Crepe, Pommes und Bratwurst.

Jürmker Herbstmarkt

Aus der NEUEN WESTFÄLISCHEN vom 19. September 2016

Ein Fest mit viel Musik

Jürmker Herbstmarkt: Die Sopranistinnen Lara Venghaus und Miriam Ludewig bezauberten mit ihren Stimmen. Auch das jüngere Publikum kam nicht zu kurz

Von Sylvia Tetmeyer

 

Jöllenbeck. Cosima ist die jüngste Musikerin an diesem Nachmittag. Die Achtjährige spielt Klarinette bei "Music on fire", dem Nachwuchsorchester des Feuerwehrmusikzuges. Der Jürmker Herbstmarkt bot am Wochenende den passenden Ohrenschmaus für jeden Geschmack an. 

"Ich freue mich, dass Lara Venghaus und Miriam Ludewig mit der Sängergemeinschaft auf der Bühne stehen. Das ist eine Premiere für unsere Veranstaltung", sagt Mike Bartels, Chef der Werbegemeinschaft. Wer den Auftritt verpasst hat, hat am Sonntag, 25. September, noch einmal Gelegenheit, das Konzert unter dem Motto "Bunt sind schon die Wälder" zu genießen. Ab 16.30 Uhr geht es in der Aula der Realschule los. 

Damit auf der Bühne alles klappt, sorgen Lutz Biermann und Marvin Weber von der noch jungen Firma WB Soundsystems für die Technik. Uwe Biermann, Vater von Lutz, freut sich, dass sich sein Sprössling auch für die Jugendarbeit interessiert und den "punkt6-Gottesdienst" beschallt. Er selber hatte als zweiter Vorsitzender des Heimatvereins den historischen Rundgang in Vilsendorf am Freitag geführt (die NW berichtete) und die Ausstellung mit Gerd Lohmann im Heimathaus organisiert. Auch hier stand das Thema "Christ-Sein" im Mittelpunkt. Mehr als 40 kleine und große Holz-Skulpturen faszinierten Besucher am Wochenende. Auch dank der ausgeklügelten Lichttechnik wirkten die Kunstwerke besonders stimmungsvoll. Einige waren mit Kerzen ausgestattet.

Viele Jöllenbecker gönnten sich in der Heimatstube ein Stück selbst gebackenen Kuchen, bevor sie am Samstag das Bühnenprogramm auf dem Marktplatz genossen. Pünktlich um 16 Uhr versiegte der Regen - und das Fest konnte beginnen. Am Abend kamen dann die jüngeren Gäste auf ihre Kosten, als "perfekt überbacken" und "Beat-Knights" die Bühne enterten. Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Familie. Nach dem Gottesdienst gab es ungewohnte Klänge auf dem Cimbalom. Anschließend präsentierte der Turn- und Sportverein Ballett und Line-Dance. Auf dem Flohmarkt ließ sich so manches Schnäppchen ergattern. Wer gemütlich durch die Läden schlendern wollte, hatte während des verkaufsoffenen Sonntags Gelegenheit dazu. Am Stand von Susanne Weber und Yvonne Kerski konnten die Jüngsten Schultüten im Mini-Format verzieren. Über Smarties und Lutscher freuten sich Louisa (11) und Fiona (8). 

Die Erwachsenen nutzten derweil den Herbstmarkt, um sich mit Freunden und Nachbarn bei einem kühlen Getränk zu treffen - oder die schmackhafte Erbsensuppe der Freiwilligen Feuerwehr zu genießen. Für Walter und Helga Bartsch, Dirk Störmer und Susanne Rasch-Störmer sowie Beata Kühnel ist die Veranstaltung jedes Jahr ein Muss. Die Jöllenbecker gehören zur Kolpingsfamilie. Während des Weihnachtsmarktes organisieren sie regelmäßig einen Glühweinstand. In drei Monaten ist es wieder so weit.  

ETNA GLAMOUR 2016

Aus der NEUEN WESTFÄLISCHEN vom 30. August 2016

Auszeichnung für Bielefelder Sängerin

 

Bielefeld (nw). Auf ihrer Konzertreise in Sizilien sind die Bielefelder Sopranistin Lara Venghaus und der Pianist Michael Hoyer mit dem Sonderpreis "Etna Glamour 2016" eingezeichnet worden, teilt die Sängerin mit. "Etna Glamour" ist eine Modenschau mit kulturellem Programm auf der Piazza von Nicolosi am Fuß des Ätna. "Was für eine Ehre, hier prämiert worden zu sein", erklärt Venghaus auf Facebook. "Dieser Preis zeigt, wie Musik Grenzen überwindet und Menschen vereint."

 

 

  

 

Interview

Aus dem BLICKPUNKT JÖLLENBECK August 2016

Lara Venghaus

Ein Lebenstraum geht in Erfüllung

 

„Dein Gesang ist knapp ausreichend für das Mitsingen im Chor!“ lautete das vernichtende Urteil, das Lara Venghaus als Jugendliche im Gesangsunterricht erfahren musste. Mit sechzehn gab sie die Sache dann folglich auf und konzentrierte sich auf ihr musikalisches Hobby: Oboe. Die Oboe führte sie kurz darauf ins Orchester der Uni Bielefeld. Und von dort zu Michael Hoyer. „Meine Stimme war erst mit siebzehn ausgebildet und Michael Hoyer erkannte das Potential. Ich wollte damals das Dirigieren lernen und er schlug mir einen Deal vor: Unterricht im Dirigieren gegen Chorgesang. Und so bin ich dann doch wieder zum Gesang gekommen,“ erinnert sich Lara Venghaus.

Ein wahrer Glücksfall, wie alle Besucher des Festkonzertes „Musische Blütenpracht“ im Rahmen der Festwoche 825 Jahre Jöllenbeck (siehe Bild oben) bestätigen werden. Glück muss also dabei sein. Talent auch, und was noch? „Mal abgesehen von dem enttäuschenden Gesangsunterricht als Teenager habe ich sehr nachhaltige Förderung in der Schule und in meiner Kirchengemeinde in Sennestadt erfahren. Wenn ich damals Unterricht bekommen habe, dann ohne das ich bzw. meine Mutter dafür bezahlen mussten, dafür hatte meine alleinerziehende Mutter gar kein Geld. Als Gegenleistung habe ich z.B. in der Gemeindearbeit geholfen. Solch selbstlose Hil- fe habe ich auch später an der Hochschule in Detmold erfahren, ein wunderbares Gefühl, wenn Menschen einem so zeigen, dass sie an jemanden glauben!“

Also Talent, Glück und Förderung? „Üben, üben und nochmal üben. Gesang ist unwahrscheinlich vielseitig, die Stimm-Muskulatur braucht z.B. tägliches Training – eine Stunde am Tag um den Status quo zu halten, drei Stunden am Tag um sich weiter zu entwickeln. Ein, anderthalb Jahre reichen für den Einstieg, zweieinhalb bis drei Jahre für ausdrucksstarken Solo- bzw. Chorgesang. Mehrere Tage ohne Gesang werfen mich schon hörbar zurück, insofern bin ich sehr froh, dass ich in den letzten Jahren meinen Urlaub in Form von Konzertreisen in Italien habe verbringen können.“

Diese Konzertreisen führen Lara Venghaus in Begleitung von Michael Hoyer in norditalienische Kurorte. Lara Venghaus kommt ins schwärmen: „In zwei Wochen geben wir fünf Konzerte, überwiegend italienische Opern, natürlich auf Italienisch. Inzwischen reicht mein Italienisch auch dafür, zwischen den Stücken Konversation mit dem Publikum zu treiben. Diese fünf Konzerte sind für mich absolute Sternstunden des Jahres. Nicht nur die wunderschönen Säle, in denen wir auftreten. Sondern das Publikum! Die Italiener zeigen spontane Begeisterung, wir müssen schon mal eine Arie wiederholen, weil die Darbietung so gut ankommt. Einige Gäste reisen uns hinterher, die Orte sind ja nicht so weit voneinander entfernt. All das zusammen: die Orte, die Musik, das Publikum, wenn ein solcher Abend zu Ende ist, fühlt es sich für mich wie das Erwachen aus einer Trance an.“

Gesangssolistin als Traumjob? „Bestimmt nicht für jeden. Es bedeutet, quasi immer auf dem Präsentierteller zu stehen, schließlich singt man da vorne allein, man kann sich nicht hinter anderen Musikern, hinter den Sängern eines Chors verstecken, der Solist steht zwingend im Mittelpunkt. Und natürlich kann es vorkommen, dass der eigene Gesang als schlecht befunden wird, mit dieser Angst muss man umgehen lernen, man darf sich durch solche Vorkommnisse dann nicht entmutigen lassen. Zudem werden wir Gesangssolisten finanziell nicht auf Rosen gebettet. Ein Vertrag über zwei Jahre ist schon die Ausnahme, also umgekehrt befindet man sich quasi in einer permanenten Castingsituation. Oder ein anderes Beispiel: da winkt ein schönes Honorar für den Auftritt bei einem bekannten Festival. Aber die Zeit für das notwendige Üben und Proben wird nicht vergütet. Eine Passion fürs Singen ist unabdingbar.“

Wovon träumt eine Gesangssolistin? „Einmal gemeinsam mit herausragenden Musikern auf der Bühne stehen zu dürfen, ich träume mal: eine Verdi-Oper mit Jonas Kaufmann unter Antonio Pappano interpretieren zu dürfen. Und wer möchte nicht in der Mailänder Scala singen, allein der Gedanke lässt mir schon Schauer den Rücken herunterlaufen! Aber auch die Oetker-Halle, großer Saal, wäre schon eine wunderbare Sache.“

Seit neun Jahren als Solistin unterwegs, wie lautet das Resümee?

„Ich kann meinen Traum leben. Dafür zeige ich gerne Engagement in allen Belangen auf diesem Gebiet. Wer kann schon die Freiheit und die Chance genießen, jeden Tag mit Musik entwickeln zu dürfen? Ich möchte mit niemandem tauschen.“

M.B. 

 

 


Mittagsgespräche im Holzhaus

Aus der NEUEN WESTFÄLISCHEN vom 20. Juli 2016

 "Kultur in die Schulen bringen"

Mittagsgespräche im Holzhaus (2): Sängerin Lara Venghaus über Jungsein in Bielefeld, das Leben in den Stadtteilen und die Entrücktheit der Kommunalpolitik

Von Stefan Brams

 

Bielefeld. Schält sich da ein kleiner Trend heraus? Bereits im ersten Mittagsgespräch wurde Bielefeld von Adam Ach und Mert Salur als "Großstädtisches Dorf" gelobt. Auch Lara Venghaus sieht im dörflichen Charakter eine der Stärken der Stadt. "Ich muss mich immer kneifen, wenn Bielefeld in einer Statistik unter den 20 größten Städten Deutschlands auftaucht, weil ich nie den Eindruck habe in einer Großstadt zu leben", sagt die 29-jährige Sängerin (Sopran) im zweiten Holzhausgespräch über das Thema Jungsein in Bielefeld.

Venghaus, geboren in Sennestadt und heute in Jöllenbeck lebend, sieht im Zusammenspiel zwischen dem großstädtischen Kern der Stadt und den eher dörflichen Stadtteilen eine große stärke der Stadt, die sie auch als junger Mensch begeistere. Was daran toll sei? "Als junger Mensch kann ich hier in eher kleinen übersichtlichen Strukturen Erwachsenwerden und mich erproben." Schön sei es auch, dass man sich noch kenne in den Stadtteilen und die Stadt insgesamt immer noch ein Gefühl der Sicherheit vermittle - "auch für mich als junge Frau". In Witten, wo sie Kulturmanagement studiere, fühle sie sich deutlich unsicherer. 

Als problematisch empfindet es Venghaus , die auch Projektleiterin des Universitäts-Orchesters ist, dass die kulturellen Aktivitäten in den Stadtteilen nicht genügend mit dem kulturellen Leben im Zentrum der Stadt vernetzt sind. "Ich wünsche mir ein gesamtstädtisches Kulturkonzept mit einer eigenen Website", sagt Venghaus. Sie erhoffe sich so eine bessere Abstimmung der Akteure und einen stärkeren Austausch zwischen Innenstadt und Stadtteilen "und dass jeder Bürger schnell erfahren kann, wo, wann, was los ist in seiner Stadt". 

»Die politische Schicht ist ein viel zu geschlossener Zirkel«

Im Kulturamt sieht Venghaus, die an der Musikhochschule Detmold studiert hat, eine Institution, die solch ein Projekt vorantreiben sollte. "Das wäre mal ein großer Wurf, wenn alle Kulturaktivitäten in der Stadt gebündelt präsentiert würden." 

Sehr wichtig sei es auch, die Kinder und Jugendlichen in der Stadt für die so vielfältige Kulturszene in der Stadt zu begeistern. "Gerade in diesem Bereich brauchen wir dringend ein starkes Kulturmanagement, damit wir sie noch rechtzeitig erreichen, ehe sie für die Kultur womöglich verloren sind." Wünschenswert wäre es daher auch, betont Venghaus, wenn noch viel mehr Kulturprogramme direkt in den Schulen, vor allem auch in den Haupt- und Realschulen, aber auch in der Flüchtlingsarbeit eingesetzt würden. 

Einen Vorschlag, wie man klassische Konzerte oder die Oper auch Jugendlichen schmackhaft machen könne, hat Venghaus zudem: "Warum bieten wir nicht ab einer halben Stunde vor Konzertbeginn, Karten, die übrig sind, zu sehr günstigen Preisen an." Städte wie Essen und München machten damit gute Erfahrungen. "Wir müssen doch etwas tun, damit wir als klassische Musiker nicht irgendwann nur noch vor silbernen Haaren spielen." 

In diesem Zusammenhang hat Venghaus einen Wunsch: "Schön wäre es, wenn die ganz großen Stars der Klassikszene zu vertretbaren Preisen nach Bielefeld gelotst werden könnten." Und ein Traum wäre es für Venghaus gar, wenn in Bielefeld ein Kulturhaus entstehen würde, in dem jeden Tag zahlreiche Kulturveranstaltungen über die Bühne gehen. "Gerne auch Kabarett."

Lob gibt es von der Musikerin für das starke zivilgesellschaftliche Engagement in Bielefeld. Die Kommunalpolitik erlebe sie hingegen als sehr zähflüssig ("die Mühlen mahlen schon sehr langsam") und wenig durchschaubar. "Die politische Schicht erscheint mir viel zu entrückt und wie ein geschlossener Zirkel." Zu selten seien Politiker bei kulturellen Veranstaltungen zu Gast. In Italien sei das anders. "Da kommt der Bürgermeister selbstverständlich zum Konzert, da kann ich ihn direkt ansprechen." Hier habe es Jahre gedauert, bis sie an den Kulturdezernenten herangekommen sei. "So ein Politbetrieb frustriert doch gerade junge Leute." Kritik übt sie aber auch an ihrer Generation: "Wir mischen uns viel zu wenig ein das politische Geschehen vor Ort. Unsere Generation ist viel zu ichbezogen."

 


Sinfoniekonzert

Aus der NEUEN WESTFÄLISCHEN vom 6. Juli 2016

 Sinfonie-Planet trifft Opern-Stern

Konzert: Das Universitätsorchester gab einen gelungenen Rück- und Ausblick. 

Für 2017 ist Verdis "La Traviata" geplant

Von Christoph Guddorf

 

Bielefeld. 36 Jahre ist es her, dass Michael Hoyer das Universitätsorchester übernahm. Gleich in seinem "ersten Semester" stand Mozarts "Jupiter"-Sinfonie auf dem Programm. Wie auch beim jüngsten Konzert im Audimax. Hinzu kam ein theatralischer Ausblick, denn für das Frühjahr 2017 haben sich die Uni-Ensembles ein weiteres ehrgeiziges Projekt gesteckt: Verdis "Traviata". 

Nach dem Singspiel "Zauberflöte" 2012 steht nun also bald pures Operndrama an, von dem es an diesem Abend schon mal einen Vorgeschmack gibt. 

Das eingespielte Duo Lara Venghaus und Johann Penner dürfen sich für drei Szenen in die (Halb-)Welt der Kurtisane Violetta und ihres Verehrers Alfredo begeben. Ein gut aufgelegtes Vokalensemble der Uni stellt derweil die von allen Seiten herbeikommende Gästeschar und stimmt moussierend (aber noch nicht lüstern) in den Trinkspruch ("Libiamo ne? lieti calici") mit ein. 

Bereits im Walzer ("Un di felice") spürt man Alfredos Knistern "jener Liebe, die der Pulsschlag des gesamten Universums ist", dem Penner einen schneidigen, wenn auch eher "sämigen" Schmelz verleiht, im Duett ("Ebben? Che diavol fate?") Violettas Spiel mit dem inbrünstigen Feuer, welchem Venghaus kecke Leichtigkeit und zarte Lyrik entgegenbringt. In Alfredos Szene "Lunge da lei" gibt zudem Luise Hentrich eine überzeugende Annina ab.

In der folgenden Arie "O mio rimorso" ist Alfredos Wut präsent, in Violettas Briefszene ("Teneste la promessa") und Arie "Addio del passato" hingegen macht Venghaus die Zerbrechlichkeit und Todesgewissheit der Protagonistin greifbar. Doch könnte ihr Sopran vor allem an exponierten Stellen eine der Rolle entsprechende Fülle und Präsenz vertragen.

Der Verdischen Dramatik setzt Michael Hoyer indes einen wesentlich leichteren, fast "historisch informierten" Mozart-Klang entgegen. Obwohl insbesondere im sanglich-sanften Andante und im höfisch-eleganten Menuetto erschütternde Akzente ihren Platz haben. 

Ansonsten spielt das Uniorchester mit bemerkenswert seidig-transparentem Streicherklang und solidem Bläserchor (mit kleinen solistischen Schwächen), der zu keiner Zeit ins Derbe abfällt. Was auch für den Verdi gilt. 

Alles in allem eine gelungene Wiederaufnahme und ein vielversprechender Vorausblick.

 


Abschiedskonzert

Aus dem WESTFALENBLATT vom 2. Juli 2016

 Höhepunkte der Orgelliteratur

Abschiedskonzert von Ulrich Maßner in Vilsendorf

 

Vilsendorf (WB). Applaudieren oder nicht applaudieren – diese Frage stellten sich die knapp 100 Besucher des Abschiedskonzertes von Ulrich Maßner in der Epiphaniaskirche in Vilsendorf.

Zu hören bekamen sie ein vielfältiges Programm, das der Organist gemeinsam mit dem ehemaligen Pfarrer Joachim Cremer, der Leiterin des Vilsendorfer Blockflötenkreises Ulrike Denker, der Kollegin Gisela Hoyer aus Theesen und der Bielefelder Sopranistin Lara Venghaus vorbereitet hatte.

Mit Telemanns a-Moll-Partita schafften Maßner und Denker einen stimmungsvollen Einstieg – so stimmungsvoll, dass sich das Publikum nicht traute, zu applaudieren. Gisela Hoyer, Geigenlehrerin der Musik- und Kunstschule und Organistin der Kirchengemeinde Theesen, begeisterte mit der Tokkata von Max Reger, die durch Spritzigkeit und Gravität besticht. Hoyer arbeitete mit Spielfreude und Genauigkeit jede Nuance heraus und vermittelte dieses Werk leicht verständlich. Dann nahm Ulrich Maßner wieder Platz auf der Orgelbank und begleitete Lara Venghaus bei zwei geistlichen Liedern von Hugo Wolf, die von Reger für die Orgel bearbeitet wurden.

Mit Johann Sebastian Bachs Toccata in d-Moll folgte ein Highlight der Orgelliteratur. Maßner wagte sich an dieses hochvirtuose Werk mit dem nötigen Respekt und leitete mit der anschließenden »Idylle« von Bunk geschickt zum »Nun beut die Flur« aus Joseph Haydns Schöpfung über, welches er nun mit Venghaus im Altarraum am E-Piano musizierte. Ihr warmer Sopran wies nun eine zunächst unvermutete Beweglichkeit auf, mit der sie sich nahezu unmerklich und stets weich in höchste Höhen aufschwang. Gleiches galt für die anschließende Komposition Michael Hoyers »O quam mirabilis«. Mit modernen, aber doch nicht atonal anmutenden Klängen und einer fast nachsingbaren Melodie bestach diese Arie.

Mit klassischen Klängen von Wolfgang Amadeus Mozart trat dann Ulrike Denker auf, die später mit Marcellos Altflöten-Sonate wieder in die Epoche des Barock zurückkehrte. Zuvor aber trugen Maßner und Joachim Cremer einen »Segelflug über dem Schwarzwald« vor, dessen Noten der Organist auf einem Flohmarkt entdeckt hatte. Cremer verfügt über einen bemerkenswert schönen Ton und gestaltete das malerische Stück mit schwebender Leichtigkeit und großem Esprit.

Für einen Tango gesellte sich Denker dann wieder hinzu und duettierte mit Cremer. Nach einem Choral von Michel, mit dem sich Hoyer noch einmal an der Orgel zeigte, schloss das abwechslungsreiche Programm.

Joachim Cremer ermunterte nun das Publikum zum Applaus, welches diesen dann begeistert spendete.

 

 

 


Musische Blütenpracht

Aus dem WESTFALENBLATT vom 7. Juni 2016

 Virtuose Gratulanten

Umjubeltes Festkonzert zu »825 Jahre Jöllenbeck« in der LiebfrauenKirche

 

Von Kerstin Panhorst

Bielefeld (WB). Eine »Musische Blütenpracht« eröffnete am Wochenende die Festwoche in Jöllenbeck. Noch bis zum kommenden Sonntag feiert der Stadtbezirk sein 825jähriges Bestehen, mit einem Festkonzert gratulierten zwei bekannte Jöllenbecker nun ihrer Wahlheimat.

Sopranistin Lara Venghaus, die vielen auch als Chorleiterin der Sängergemeinschaft Jöllenbeck ein Begriff ist, und der Musikwis- senschaftler und Orchesterleiter Michael Hoyer an der Orgel boten in der Liebfrauen-Kirche ein beeindruckendes Konzert.

»O quam mirabilis« singt Lara Venghaus gleich zu Beginn und nicht wenige der mehr als 150 Besucher schauen etwas verwundert zu ihr und Organist Michael Hoyer herüber. Eine ungewohnt disharmonische, moderne und doch ungemein ansprechende Harmonie weckt das Interesse.

»Wenn ihnen das hier fremd vorkam, das ist völlig in Ordnung«, teilt die Sopranistin nach dem Stück mit und erklärt, dass es sich dabei um ein eigens für sie komponiertes Werk aus der Feder Michael Hoyers handelt. »Wann hat man schon mal die Gelegenheit, eine Aufführung in Anwesenheit und mit dem Komponisten zu machen«, sagt Venghaus und schlägt für den Rest des Konzertes wieder vertraute Töne an. Verdi, Bach, Händel, Haydn, Mahler und Schubert gibt es im ersten Teil, viele geistliche Stücke, sogar drei »Ave Maria« sind im Programm. Im zweiten Teil wird es dann etwas leichter, die musikalische Blütenpracht erstrahlt mit Mozart und Bellini.

Doch völlig egal, welcher Stil- richtung, welcher Epoche sich Lara Venghaus widmet, jede Komposition veredelt die 1986 in Bielefeld-Sennestadt geborene Sängerin mit ihrer klaren und wohlklingenden Stimme. Und Michael Hoyer, Leiter des Universitätsorchesters Bielefeld, der Lara Venghaus stimmliches Potential einst entdeckte, fasziniert mit seinem Orgelspiel ebenso wie mit seiner Eigenkomposition.

Das Duo Infernale Lara Venghaus und Michael Hoyer ist zwar allein schon genug für ein abendfüllendes Konzert, doch für ihren Auftritt in Jöllenbeck holten sich die Gesangspädagogin und der promovierte Philosoph noch weitere Instrumentalisten. Konstanze Reinecke (Violine) und Philip Hamer (Violoncello), beide Mitglied im Universitätsorchester Bielefeld, unterstützten bei einigen Stücken Venghaus und Hoyer. 

 


Musische Blütenpracht

Aus der NEUEN WESTFÄLISCHEN vom 7. Juni 2016

 Prächtige Blüten dem Jubilar

825-Jahr-Feier: Lara Venghaus brillierte mit einem Festkonzert in der Liebfrauenkirche. Der Bezirk erwägt, dort regelmäßig Orchester auftreten zu lassen

Von Tarek Chafik

 

Jöllenbeck. Wohlweislich hatte das Bezirksamt eine professionelle Filmkamera laufen lassen, auch die Mikrofone waren gerichtet, um das Geschehen zu dokumentieren: Am späten Sonntagnachmittag sollte die Liebfrauenkirche zu Jöllenbeck "ein Novum" erleben, wie Bezirksbürgermeister Mike Bartels vor den rund 150 Zuhörern ankündigte.

Die waren gekommen, um dem ersten klassischen Konzert in dem Gotteshaus beizuwohnen, gestaltet von der Sopranistin Lara Venghaus sowie Michael Hoyer (Orgel), Konstanze Rosenbaum (Violine) und Philipp Hamer (Violoncello). Anlass für das Festkonzert unter dem Titel "Musische Blütenpracht" war das 825-jährige Jubiläum Jöllenbecks.

Enormes Spektrumklanglicher Farbenwurde geboten

Bereits vom ersten Stück an, dem "O quam mirabilis", von Hoyer eigens für Lenghaus komponiert, zeigte sich, warum die Gesangssolistin sowohl im Konzertfach als auch im Opernfach schon mehrfach brillierte: Ihre Stimme bringt ein enormes Spektrum klanglicher Farben hervor, die bis in die feinsten Schattierungen hineinreichen. Dem Reiz dieses filigranen Kolorits konnten sich die Zuhörer bei den drei anschließenden Ave Marias von Verdi, Gounod und Schubert ebenso wenig entziehen wie bei den weltlichen Liedern eines Gustav Mahlers ("Ich atmet einen linden Duft") oder den Opernarien eines Mozarts ("Le nozze di Figaro") und Bellinis ("Vanne, o rosa"). Jedes Mal gab es viel Applaus. 

Es war allerdings auch interessant, wenn Venghaus nicht sang, sondern einfach nur sprach. Das tat sie immer wieder zwischen einzelnen Liedern, um die Komponisten und ihre Werke kultur- und epochengeschichtlich einzuordnen. Letztendlich trug auch der Veranstaltungsort dazu bei, dass mit diesem Konzert dem Jubilar prächtige musikalische Blüten gereicht werden konnten: Die Liebfrauenkirche verfügt über eine sehr gute Akustik, das weiß man auch im Bezirksamt. "Im Gegensatz zu vielen anderen Kirchen gibt es hier nach hinten keinen großen Nachhall", sagte Bezirksamtsleiter Andreas Hansen. 

Das Publikum sitzt nah dran am Geschehen, das mache die Liebfrauenkirche zu einem "wunderbaren Ort" für Konzerte. Gut möglich, dass hochkarätig besetzte Orchester wie das am Sonntag dort demnächst öfter gastieren werden. Im Bezirksamt wird darüber intensiv nachgedacht.

 


Musische Blütenpracht

Aus der NEUEN WESTFÄLISCHEN vom 6. Juni 2016

 "Musische Blütenpracht"

 

Jöllenbeck (tch). Es ist das erste große Konzert in der katholischen Liebfrauenkirche in Jöllenbeck gewesen: Zahlreiche Gäste erschienen am Sonntagnachmittag zum Auftritt der Sopranistin Lara Venghaus, die dort unter dem Titel "Musische Blütenpracht" konzertierte. Auf dem Programm standen Werke von Brahms, Haydn, Mahler, Schubert und weiteren großen Namen. Begleitet wurde die 30-Jährige Sängerin von Konstanze Reinecke (Violine), Philip Hamer (Violoncello) und Michael Hoyer (Orgel).