Vita

Lara Venghaus, 1986 in Bielefeld geboren, begann ihren musikalischen Lebensweg an der Blockflöte und wandte sich dann zunächst der Oboe zu. Ihre Mitwirkung in verschiedenen regionalen Orchestern sowie die ergänzend aufgenommene Ausbildung an der Orgel ließen in ihr den Entschluss reifen, die Musik zu ihrem Beruf zu machen. Als sie im Zuge der Studienvorbereitung ersten Gesangsunterricht erhielt, zeichnete sich rasch ab, dass die Stimme ihr größtes musikalisches Potential darstellte. 2007 begann sie das Studium an der Hochschule für Musik Detmold bei Prof. Markus Köhler und Prof. Heiner Eckels. Heute wird sie von Hans-Peter Bendt betreut, Meisterkurse, u.a. bei Maurizio Saltarin, Cristian Ricci und Sarah Piazza Pastorello runden ihre künstlerische Ausbildung ab.

 

Als Gesangssolistin liebt Lara Venghaus die großen Herausforderungen. Als Zwanzigjährige und noch vor Aufnahme ihres Studiums gab sie die Sopranpartie in der Schöpfung von Joseph Haydn, rasch folgten entsprechende Aufgaben in Bachs Weihnachtsoratorium, Mozarts Requiem, Händels Messias und Mendelssohns Elias. Zu ihrem breit gefächerten geistlichen Repertoire zählen desweiteren u.a. die Passio Jesu Christi von Fasch, das Gloria in D-Dur von Vivaldi, das Oratorio de noel von Saint-Saens sowie zahlreiche Kantaten Johann Sebastian Bachs, darunter auch die Solokantaten Jauchzet Gott in allen Landen und Mein Herze schwimmt im Blut. Im Konzertfach trat sie mit Mahlers 4. sowie Beethovens 9. Sinfonie in Erscheinung.

Auch im Opernfach zeigte sie sich von Anbeginn den bedeutenden Aufgaben zugeneigt und gewachsen. Einer konzertanten Aufführung der Zauberflöte im Jahr 2008, in der sie die Pamina sang, folgte 2009 ihr Bühnendebüt als Agathe in Webers Freischütz. In Opernkonzerten trat sie mit den wichtigsten lyrischen Partien aus den Bühnenwerken Mozarts hervor (Donna Anna, Fiordiligi, Contessa Almaviva). Dass sie mittlerweile auch die Rollen des lyrisch-dramatischen Fachs auszufüllen versteht, das ihr Volumen und Leistungsfähigkeit ihrer Stimme zuweisen, bewies sie mit diversen 90-minütigen Soloprogrammen, die sie jährlich u.a. beim Festival Europea Este in Norditalien und beim Festival Stelle e lapili auf Sizilien präsentiert, und in denen sie einige der interessantesten Frauengestalten aus dem Opernschaffen Giuseppe Verdis und Giacomo Puccinis verkörpert (darunter Lady Macbeth, Aida, Desdemona, Amelia, Elisabetta, Violetta, Madama Butterfly, Turandot u.a.). Eine fruchtbare sängerische Zusammenarbeit erwuchs dabei aus einer Begegnung mit dem namhaften italienischen Tenor Maurizio Saltarin. Ihre bisher wohl größte Herausforderung meisterte sie im März 2013 bravourös, als sie in zwei Aufführungen der Zauberflöte kurzfristig für die erkrankte Königin der Nacht einsprang und sowohl diese als auch die Pamina in Personalunion sang. 2017 folgt ihr Debüt als Violetta Valéry in Verdis La Traviata.

 

Ein besonderes Anliegen ist Lara Venghaus die Beschäftigung mit dem deutschen Kunstlied. Schon 2006 trug sie im Rahmen eines Kammermusikkonzertes an der Bielefelder Universität eine größere Gruppe von Schubert-Liedern vor und war mit wechselnden Programmen zu Gast in Bielefeld-Sennestadt. 2009 präsentierte sie ihr erstes abendfüllendes Liedprogramm unter dem Titel "Rückzug - Ausblick", seither gibt sie jährlich einen Liederabend, darunter die „Winterreise“ von Franz Schubert in der Rudolf-Oetker-Halle Bielefeld. Zuletzt war sie mit Liedern Schuberts auf Texte von Johann Wolfgang von Goethe sowie dem „Schwanengesang“ zu hören. Dass sie auch dem zeitgenössischen Kunstlied gewachsen ist, stellte sie im Februar 2011 bei der Uraufführung einer Reihe von Liedkompositionen der letzten drei Dezennien unter Beweis, im Februar 2016 folgte Hindemiths Marienleben. Einen ersten Ausblick auf die Zeit zwischen Schubert und der Moderne zeigte sich in ihrem Liederabend "Nachtgespinste" im Oktober 2016, wo sie Werke von Schubert, Schumann, Brahms, Wolf, Mahler und Strauss miteinander zu einem Zyklus-ähnlichen Gebilde verband und dafür großen Beifall erntete.